EEG - Einspeisevergütungen für Biogasanlagen

Das EEG 2009 führte in der Bioenergie zu ungewollten Fehlentwicklungen, denen nun durch die EEG-Novelle 2012 entgegengewirkt werden soll. So verknappen sich zunehmend die Ackerflächen, regional steigen zeitgleich die Pachtpreise an, teils spricht sich die Bevölkerung vor allem gegen die Biogasanlagen aus. Manch einer bemerkt etwa den verstärkten Grünlandumbruch oder die verengte Fruchtfolge, insbesondere aber den Anstieg des Biogasmaisanbaus. Diese Monokulturen entstehen wegen des EEG 2009 und der dortigen Kopplung des Gülle- und NawaRo-Bonus.

 

Gülle- und NawaRo-Bonus entfallen im EEG 2012

 

Deshalb entschied sich die Bundesregierung mit der EEG-Novelle 2012 nicht nur dazu, die Boni zu entkoppeln, sondern gleich abzuschaffen. Zugleich erhöhte sich die Grundvergütung um einige Cent pro Kilowattstunde, damit der Gülle- und NawaRo-Bonus zumindest teilweise kompensiert wird. So erhalten Biogasanlagen mit einer Jahresleistung unter 150 kW beispielsweise 14,3 ct/kWh; wie hoch die Grundvergütung für andere Anlagengrößen ausfällt, steht in der Tabelle weiter unten. Die jährliche Degression wird ab 2013 2,0 Prozent betragen.

 

Installierte Gesamtleistung jährliche Degression Einspeisevergütung
bis 150 Kilowatt 2,0 Prozent 14,3 Cent je kWh
bis 500 Kilowatt 2,0 Prozent 12,3 Cent je kWh
bis 5 Megawatt 2,0 Prozent 11,0 Cent je kWh
bis 20 Megawatt 2,0 Prozent 6,0 Cent je kWh

 

Substratbonus je nach Einsatzstoffvergütungsklasse

 

Zusätzlich zur erhöhten Grundvergütung führt das EEG 2012 mit dem Substratbonus ein weiteres Anreizmodell für Anlagenbetreiber ein: den Substratbonus. Wie viele Cent je kWh gezahlt werden, bemisst sich nach der Jahresleistung und der Einsatzstoffvergütungsklasse. Bei letzterem handelt es sich um eine Neuerfindung der Bundesregierung. Die in einer Biogasanlage verwendeten Substrate entscheiden über die Einsatzstoffvergütungsklasse.

 

 

Eine Substratliste des Deutschen BiomasseForschungsZentrums (kurz: DBFZ) ist online einsehbar, der zusätzliche Bonus liegt zwischen 2,5 und 8,0 ct/kWh, die exakte Vergütung für jede Klasse und Anlagengröße finden sich abermals in der folgenden Tabelle:

 

Installierte Gesamtleistung Einsatzstoffvergütungsklasse I *1 Einsatzstoffvergütungsklasse II *2
bis 150 Kilowatt 6,0 Cent je kWh 8,0 Cent je kWh
bis 500 Kilowatt 6,0 Cent je kWh 8,0 Cent je kWh
bis 750 Kilowatt 5,0 Cent je kWh 8,0 Cent je kWh
bis 5 Megawatt 4,0 Cent je kWh 8,0 Cent je kWh

 

*1: Wird der Strom aus Rinde oder Waldrestholz gewonnen, wird unabhängig von der Tabelle bis zu einer Anlagengröße von 5 Megawatt ein Substratbonus von 2,5 Cent je kWh gewährt.

 

*2: Wird der Strom aus Gülle gewonnen, so gelten bis zu einer Anlagengröße von 500 Kilowatt die obigen Angaben, darüber hinaus wird jedoch ein Substratbonus von nur 6,0 Cent je kWh gewährt.

 

Gülle-Kleinanlagen dezentralisieren die Bioenergie

 

Erstmals werden mit dem EEG 2012 auch Gülle-Kleinanlagen mit einer Jahresleistung von bis zu 75 Kilowatt unterstützt. Diese erhalten eine ansprechende Grundvergütung von 25 ct/kWh, jedoch schreibt der Gesetzgeber einen Mindestgülleeinsatz von 80 Prozent vor. Liegt der tatsächliche Gülleinsatz darunter, entfällt diese Vergütung.

 

 

Überdies erhalten reine Bioabfallvergärungsanlagen bis 500 Kilowatt eine Grundvergütung in Höhe von 16,0 ct/kWh, bis 20 Megawatt immerhin noch 14,0 ct/kWh. Biogasanlagen, die auf Deponie- und Klärgas oder Biomethan setzen, erhalten weiter einen so genannten Gasaufbereitungsbonus von 3,0 ct/kWh. Sobald die installierte Anlagenleistung 750 Kilowatt überschreitet, schreibt das neue EEG 2012 ab dem 01.01.2014 die Marktprämie gesetzlich vor.